So setzen Sie Fair Play für Demokratie ein

Das Prinzip des Fair Play eignet sich auch für den gezielten Einsatz im Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen. Soziale Integration, verbunden mit einer überzeugenden Fair Play–Praxis kann einiges in den Ansichten und im Verhalten der Jugendlichen ändern, ohne dass immer auch ein „Um-Überzeugungsprogramm“ mitläuft. Der Seufzer eines Jugendlichen „vieles hätte ich verstanden – wenn man es mir nicht immer erklärt hätte“ - im Sport kein Problem. Konsequentes Umsetzen des Fair Play-Gedanken macht es möglich.

Um den Fair Play-Gedanken effektiv umzusetzen, hier einige Praxis-Tipps:

  • Versuchen Sie immer wieder, rechtsextremen Tönen im Trainingsalltag aber auch in emotionsgeladenen Momenten des Wettkampfes mit Verbindungen zu den Prinzipien des Fair Play zu begegnen.
  • Machen Sie deutlich, dass Fair Play und Rechtsextremismus nicht zusammenpassen. Besprechen Sie den Unterschied zwischen begeisterter Anhängerschaft und aggressiver Überheblichkeit.
  • Machen Sie bei interkulturellen Konflikten bei Wettkämpfen darauf aufmerksam, dass Vorurteile die Beurteilung der anderen beeinflussen und dass das eigene Team auch Fehler macht. Fordern Sie Fair Play auch in der nachträglichen Auswertung von Konflikten ein.
  • Betonen Sie die Werte des Fair Play, und achten Sie auf konsequente Umsetzung in jeder sportlichen Situation, ob Training oder Wettkampf.
  • Sportliches Training ist ohne straffe Organisation und Disziplin nicht denkbar. Beachten Sie aber, dass diese Voraussetzungen nicht als „Führereigenschaften“ fehlgedeutet werden. Geben Sie demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten und Diskussionen möglichst viel Raum.
  • Machen Sie klar: Sportliche Stärke ist kein Beweis für Sozialdarwinismus und „das Recht des Stärkeren“. Der Sieger hat seinen Erfolg durch Talent, Förderung und Trainieren errungen und kann morgen schon ein Verlierer sein. Siege können deshalb niemals auf Nationen, Ethnien oder Rassen zurückgeführt werden.
Tipps

Nach oben