Glossar

Blood & Honour

Gegründet wurde die rechtsextreme Skinhead-Organisation ''Blood&Honour'' (Blut und Ehre; B&H) in den 80er Jahren in England, es sollten damit für die Skinhead-Szene insbesondere im Musikbereich mittels Rechtsrock eigene Strukturen im Sinne eines Netzwerks geschaffen werden.

Seit Mitte der 90er Jahre war B&H auch in Deutschland aktiv und in neun ''Sektionen'' unterteilt, wobei amtlich von 240 Mitgliedern ausgegangen wurde (andere Experten nannten allerdings Mitgliedszahlen von 500 bis 600). Im September 2000 wurde B&H vom damaligen Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) in Deutschland verboten.

B&H richtete sich nach Auffassung des Innenministeriums gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung. Anfang des Jahres 2000 hatte B&H ein 25-Punkte-Programm – in Anlehnung an das NSDAP-Programm von 1925 – verabschiedet, in dem unter anderem das ''Führerprinzip'' beschlossen wurde. Für das Innenministerium war das Programm ausdrücklich nach ''rassistischen Gesichtspunkten'' ausgerichtet. Es gelte, ''erst die Rasse, dann die Nation''. Zu ''respektieren'' seien nur Völker, ''die der weißen Rasse angehören.'' Der international agierenden Organisation ''Blood&Honour'', die über Niederlassungen in den meisten Ländern Europas und in Übersee verfügt, kommt eine maßgebliche Rolle bei der Veranstaltung von Neonazi-Konzerten zu, zum Teil wurde B&H aber auch mit Drogen- und Waffengeschäften sowie Frauenhandel und Prostitution in Verbindung gebracht. Legendäres Idol der Szene ist der 1994 verstorbene Ian Stuart, Begründer von ''Blood&Honour'' und Sänger der Skinhead-Kultband “Screwdriver”. Zu Ehren Stuarts werden regelmäßig “Memorial”-Konzerte veranstaltet. (gn-1/2010)

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