Glossar

Faschismus

Der Begriff ''Faschismus'' stammt ursprünglich aus Italien und beschreibt eine Bewegung, die sich dort Anfang der 1920er Jahre entwickelte. Deren Anhänger bezeichneten sich sich selbst als Faschisten, ihr Symbol war das Rutenbündel (ital.: fascio), was Stärke und Überlegenheit des Bundes gegenüber dem einzelnen bedeuten soll.

Mit zunehmender Radikalisierung, dem Einsatz von Gewalt und Terror und der Übernahme des Führerprinzips zielte die faschistische Bewegung unter B. Mussolini auf die Übernahme der alleinigen Macht im Staat. Als Organisationsform wurde 1921 die Partito Nazionale Fascista (PNF) gegründet. 1925/26 wurden die demokratischen Instututionen aufgelöst, Mussolini herrschte herrschte praktisch unbeschränkt in einem Einparteienstaat bis zu seiner Absetzung durch den italienischen König 1943.

Die italienische Entwicklung diente teilweise den dt. Nationalsozialisten als Vorbild, so dass Faschismus und Nationalsozialismus (schwarze und braune Faschisten) teilweise gleichbedeutend verwendet wurden und werden. Gemeinsam ist ihnen a) eine charismatische, autoritäre Führerfigur, b) die strikte Unterwerfung unter das Führerprinzip und c) der hierarchische Aufbau der politischen Organisation; weiterhin d) das rechtsextreme, offen rassistische und fremdenfeindliche Gedankengut und e) die negative Eigendefinition (als anti-demokratisch, anti-parlamentarisch, anti-liberal, anti-humanistisch etc.).

Neonazis versuchen heute den Faschismus zu verharmlosen, indem sie den Begriff Linksfaschismus zur Diffamierung des demokratischen System heranziehen und ihre politischen Gegner als Linksfaschisten und das gesamte demokratische Staatssystem als linksfaschistisch titulieren. Nachdem im Februar 2010 ein Neonaziaufmarsch in Dresden von Gegendemonstranten erfolgreich blockiert worden war, beschimpfte der NPD-Liedermacher Frank Rennicke auf diese Weise die Polizei und seine Gegner. Aus seiner Sicht ''stellt Faschismus den Staat über das Volk, der Nationalismus aber das Volk über den Staat'', vereinfachte er seine Faschismus-Definition. Schon mit dieser Grundunterscheidung, so der NPD-Mann, der 2009 erfolglos für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte, dürfe ''man alle Verfassungsschützer, BRD-Extremisten, Gutmenschenheuchler und Gesetzesherbeiredner durchaus als Faschisten bezeichnen...''. (hk-02/2010)

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