Sport mit Courage

Für Demokratie und ein respektvolles Miteinander

Der Sport verfügt über ein starkes erzieherisches, soziales, faires und demokratisches Potenzial. Er löst Begeisterung aus und kann Menschen verbinden, die sonst wenige Anknüpfungspunkte zueinander finden. Die positiven und integrativen Wirkungen des Sports entfalten sich aber keineswegs schon durch das Sporttreiben an sich, und sie sind auch nicht selbstverständlich.

Denn der gemeinnützige, organisierte Sport in Deutschland ist auch ein Spiegelbild der Gesellschaft: Mehr als jede*r vierte Bundesbürger*in ist Mitglied in einem Sportverein. So ist der Sport nicht vor Phänomenen wie Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus oder demokratiegefährdenden Aktivitäten und damit verbundener Gewalt gefeit. Nicht vergessen werden darf: Sportvereine bieten unter Umständen auch eine Gelegenheitsstruktur für Extremist*innen, ihr Gedankengut „unter die Leute“ zu bringen.

In ihrem Handlungsfeld Sport mit Courage ist es das Ziel der Deutschen Sportjugend, die Lebenskompetenz von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Dazu gehört das Schaffen von Grundlagen für ein langfristiges, demokratisches Denken und die nachhaltige Förderung der demokratischen Teilhabe.


Aktivitäten und Beteiligungen

Bereits Ende der 1980er Jahre hat sich der organisierte Sport klar gegen die menschenverachtende Ideologie des Rechtsextremismus positioniert. 1990 zählte die dsj zu den Gründungsmitgliedern des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA), in dem sie eine federführende Rolle spielt und im Vorstand vertreten ist. Bis heute folgten Beteiligungen in vielen weiteren Netzwerken und Kooperationen sowie diverse Projekte, Veranstaltungen und Positionierungen zur Bekämpfung von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung von Minderheiten.

Die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS), deren Trägerin die dsj ist, wurde 1993 eingerichtet, um die sozialpädagogisch arbeitenden Fanprojekte inhaltlich zu begleiten, zu koordinieren und bei der Einrichtung weiterer Fanprojekte mitzuwirken. Die KOS hat sich seither zur kenntnisreichen Schnittstelle zwischen professioneller pädagogischer Fanarbeit, Sozialwissenschaft sowie gesellschafts- und sportpolitischen Institutionen entwickelt. 


Die dsj koordiniert seit dem Jahr 2017 die Aktivitäten des gemeinnützigen, organisierten Sports im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Damit fördert das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat durch die Bundeszentrale für politische Bildung in ländlichen und strukturschwachen Gegenden Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus. Regional verankerte Vereine und Verbände mit vielen ehrenamtlich Engagierten stehen hierbei im Mittelpunkt. Ihre Projekte zur Demokratiestärkung sollen möglichen extremistischen und menschenfeindlichen Gefährdungen vorbeugen und grundlegende Bedingungen für ein gleichwertiges und gewaltfreies Zusammenleben unterstützen.

Zu den geförderten Projekten gehört die Ausbildung von Demokratietrainer*innen und Demokratieberater*innen in den Verbänden von Sport und Feuerwehr, den NaturFreunden Deutschlands, dem Technischem Hilfswerk und weiteren zivilgesellschaftlichen Verbänden und Organisationen. Die dsj organisiert Treffen der Sportprojektverantwortlichen, hat bis zum Jahr 2017 selber Demokratietrainer*innen qualifiziert und tauscht sich auf Bundesebene mit den anderen Verbänden aus.

Seit Januar 2018 ist bei der Deutschen Sportjugend auch die Geschäftsstelle des Netzwerks „Sport und Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“ angesiedelt.

In der gegenwärtigen politischen Situation scheint es umso wichtiger, Werte unserer Demokratie im Bewusstsein zu verankern und demokratische Strukturen – wie sie per se in Sportvereinen und -verbänden vorhanden sind – zu stärken und für ein gleichwertiges Miteinander aller Menschen zu sensibilisieren. Die dsj versucht in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsorganisationen und deren Untergliederungen Diskussionsräume zu schaffen, in denen der Sport als Medium und Fundament der demokratischen Gesellschaftsdiskurse dient. Sport bringt Menschen zusammen und sorgt für ein niedrigschwelliges, wertschätzendes und barrierefreies Miteinander, fern von Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass.

Die Deutsche Sportjugend stellt sich als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe dieser Verantwortung, indem sie inklusive und integrative Förderprogramme, Präventionsangebote und Engagementformate bereithält und somit Vielfalt und Teilhabe fördert.


Ansprechpersonen "Zusammenhalt durch Teilhabe im Sport"

Alexander Strohmayer

Kathrin Rehberg


Ansprechpersonen "Netzwerk Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde"

Nina C. Reip

Husein Peratovic


Ansprechpersonen "Koordinationsstelle Fanprojekte" (KOS)

Michael Gabriel



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Glossar

Im Glossar werden die zentralen Begriffe des Themenfeldes erläutert.

Zusammenhalt durch Teilhabe im Sport

Die dsj ist Koordinierungsträgerin für die Sportprojekte im "Bundesprogramm Zusammenhalt durch Teilhabe".

Beteiligungen und Kooperationen

Die dsj beteiligt sich in Netzwerken und kooperiert mit unterschiedlichen Organisationen im Themenfeld.

Koordinationsstelle Fanprojekte bei der dsj (KOS)

Die dsj fungiert als Trägerverantwortliche für die Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS).

Netzwerk Sport & Politik